Betriebliches Eingliederungsmanagement – (BEM)

Das Bundesministerium für Gesundheit definiert BEM wie folgt:

„Betriebliches Eingliederungsmanagement verfolgt das Ziel, im Betrieb, mit den dort vorhandenen Akteuren und Strukturen sowie unter Nutzung der dort gegebenen oder herstellbaren spezifischen Potentiale Menschen gesund und arbeitsfähig zu halten.“

Hierbei bezieht sich der Gesetzgeber auf das neunte Sozialgesetzbuch (§84 Absatz 2, SGB IV)

Seit 01.01.2018  §167 Absatz 2 SGB IX. :

„Sind Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als 6 Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig, klärt der Arbeitgeber mit der zuständigen Interessenvertretung im Sinne des § 93, bei schwerbehinderten Menschen außerdem mit der Schwerbehindertenvertretung, mit Zustimmung und Beteiligung der betroffenen Person die Möglichkeiten, wie die Arbeitsunfähigkeit möglichst überwunden werden und mit welchen Leistungen oder Hilfen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden kann (Betriebliches Eingliederungsmanagement).“

Die Grundlagen aller Aktivitäten im BEM werden hiermit inhaltlich ausgedrückt. Das BEM wird im Idealfall von allen Beteiligten als ein hilfreiches  Instrument angesehen, Erkrankte bei der Wiedereingliederung zu unterstützen.

Obschon BEM in erster Linie eine gesetzliche Verpflichtung und Aufgabe für den Arbeitgeber ist, welcher er nachkommen muss, braucht BEM kein Schattendasein im Unternehmen führen. Wie gut oder ungünstig ein BEM tatsächlich im Arbeitsalltag funktioniert, liegt im Ermessen des Arbeitgebers. BEM schafft Vorteile für alle daran Beteiligten, wenn Spielregeln erarbeitet worden sind, die von allen akzeptiert und gewünscht sind.

Das einzelne Unternehmen darf unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben hierbei sehr kreativ und fantasievoll agieren. Die Belohnung für ein gut eingeführtes vertrauensvolles BEM, was sicherlich einiges an Mühe und Aufwendung mit sich bringt, wird sowohl  eine Kostenersparnis für den Betrieb sein, als auch Mitarbeiter/innen die dem Betrieb erhalten bleiben und die wissen, dass der Chef/ die Geschäftsführung für Sie da sind, wenn es darauf ankommt.

Folglich ist jedem Unternehmen/jeder mittelständischen Firma und auch jedem Kleinstbetrieb der Mut und die Neugierde zu wünschen, sich nach anfänglicher Skepsis, Misstrauen vielleicht auch Vorbehalten aufgrund drohender arbeitsaufwendiger bürokratischer Vorgänge (BEM als Papiertiger), auf den Weg zu machen, um das betriebliche Eingliederungsmanagement als festes Präventionsangebot einzuführen.